Familienpool: Vermögen sichern, Streit vermeiden
Shownotes
Erbschaftsteuer sparen, Vermögen schützen und die Unternehmens- oder Vermögensnachfolge sauber regeln: Genau hier wird der Familienpool für viele Unternehmer und vermögende Familien spannend.
In dieser Episode zeigen wir, wie ein Familienpool funktioniert, warum er helfen kann, steuerliche Freibeträge besser zu nutzen und weshalb er weit mehr ist als nur ein juristisches Konstrukt. Es geht um Kontrolle, Familienfrieden, Schutz vor Zersplitterung und die Frage, wie Vermögen geordnet über Generationen weitergegeben werden kann.
Wir sprechen außerdem über typische Fehler in der Gestaltung, über die Risiken unklarer Gesellschaftsverträge und darüber, warum Steuersparen allein nie ausreicht, wenn Nachfolge, Pflichtteil und familiäre Dynamiken nicht mitgedacht werden.
Wenn Sie Vermögen langfristig sichern und unnötige steuerliche Belastungen vermeiden wollen, ist diese Folge ein starker Einstieg in das Thema Familienpool.
Darum geht es in dieser Folge:
warum der Familienpool beim Steuersparen für Unternehmer und vermögende Familien so relevant ist wie sich Vermögen strukturiert und generationenübergreifend übertragen lässt weshalb Kontrolle, Stimmrechte und Gesellschaftsvertrag entscheidend sind welche Fehler bei Familienpool, Nachfolge und Erbschaftsteuer besonders teuer werden können
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Transkript anzeigen
00:00:00: Stell dir mal folgendes Szenario vor, du hast wirklich vierzig Jahre deines Lebens hart gearbeitet.
00:00:07: Du hast vielleicht also in den Achtzigern ganz klein angefangen ein Unternehmen aufgebaut die ihr eine erste Gewerbehalle gekauft und dann hast du die Gewinne über Jahrzehnte hinweg klug reinvestiert.
00:00:20: In mehr Familienhäuser zum Beispiel?
00:00:21: Ja
00:00:22: das sehen wir oft
00:00:23: Genau!
00:00:24: Also ein echtes Immobilienimperium im Wert von sagen war drei Millionen Euro Dein Lebenswerk.
00:00:31: Und dann versterben wir irgendwann alle und du tust das in dem festen Glauben, dass so ein einfaches handschriftliches Testament in der Schublade ausreicht um deine Kinder sicher zu versorgen?
00:00:43: Ein leider sehr verbreiteter Irrglaube!
00:00:45: Richtig weil was dann passiert ist oft das genaue Gegenteil wenige Monate nach deinem Tod müssen die Kinder auf einmal die besten Immobilien mit massiven Verlustnot verkaufen Und zwar nicht weil sie das wollen, sondern weil es Finanzamt plötzlich die Hand aufhält.
00:01:02: Oder – und das ist ja fast noch tragischer, weil Sie sich untereinander völlig zerstritten haben, wer jetzt eigentlich welches Haus bekommt?
00:01:11: Ja, das ist so der Klassiker!
00:01:13: Wenn wir an das Thema Erben denken, haben die meisten Menschen dieses Bild von einem ganz sauberen präzisen Schnitt im Kopf.
00:01:21: Ja, so wie im Film oft.
00:01:22: Genau!
00:01:23: Die Eltern versterben, der Anwalt liest das Testament vor Das Haus geht an das eine Kind, das Aktiendepot an das andere.
00:01:30: Ein ganz sauberer Strich auf dem Papier.
00:01:33: Aber bei komplexerem Vermögen also gerade bei Unternehmern oder Leuten mit großem Immobilienbesitz ist dieser Schnitt eben absolut nicht chirurgisch
00:01:41: sondern er
00:01:42: ist eher ein Achstieb Der das Lebenswerk im schlimmsten Fall komplett zerschlägt.
00:01:47: Uff Okay, und genau deshalb sind wir heute hier.
00:01:50: Willkommen zu dieser tiefgehenden Analyse!
00:01:53: Wir wollen Dich – also unseren Zuhörer – heute vor exakt diesem Szenario bewahren.
00:01:59: Definitiv.
00:02:00: Wir nehmen heute ein Instrument auseinander das in der professionellen Vermögensnachfolge als ja….
00:02:07: Das absolute Herzstück gilt den Familienpool.
00:02:11: Wir sprechen hier wirklich aus der langjährigen Kanzlei-Erfahrung in der Beratung von Unternehmern.
00:02:16: Richtig, weil genau da die Fragen kommen.
00:02:18: Genau!
00:02:19: Die Leute fragen wie setze ich das eigentlich konkret um?
00:02:23: Also gehen wir heute mal tief in die Mechanik.
00:02:26: Wir beleuchten die steuerlichen Hebel aber wir sprechen vor allem auch über die fatalen Faltstricke, die lauern wenn man dieses Konstrukt eben falsch aufsetzt.
00:02:36: Wir reden hier also nicht von dem gefließten Becken im Garten wo die Familie sonntags grillt.
00:02:41: Nein überhaupt nicht.
00:02:42: Wir reden von einer echten juristischen Festung.
00:02:46: Also, lass uns direkt das Fundament gießen!
00:02:49: Was genau ist die Anatomie von so einem Familienpool?
00:02:52: Wenn ich mir das Konstrukt jetzt mal völlig nackt betrachte... was genau sehe ich
00:02:56: da?!
00:02:56: Im Grunde genommen ist ein Familienpool eine eigens von der Familie gegründete Gesellschaft.
00:03:02: Okay.
00:03:03: Das ist quasi eine juristische Hülle.
00:03:05: Das kann eine gesellschaftbürgerlichen Recht sein also eine klassische GBR oder eine Kommanditgesellschaft, eine KG.
00:03:14: Oft sehen wir auch ein GmbH und CoKG.
00:03:16: Das Grundprinzip also die Mechanik dahinter ist aber immer die gleiche.
00:03:21: Das Familienvermögen nehmen wir als klassisches Beispiel.
00:03:23: Immobilien wird in diese Gesellschaft eingebracht anstatt jetzt später die physischen Häuser selbst an die nächste Generation zu vererben...
00:03:31: Was ja oft die Probleme macht?
00:03:33: Genau!
00:03:34: Anstatt das zu tun übertragen die Eltern Anteile an dieser neu geschaffenen Gesellschaft.
00:03:39: Die Kinder bekommen also keine Grundbücher mehr überschrieben, sondern Gesellschaftsanteile.
00:03:45: Warte mal kurz da muss ich direkt mal reingeretschen!
00:03:47: Du wirft hier gerade echt eine ordentliche Buchstabensuppe in den Raum.
00:03:51: GBR KG GMBH und CoKg?
00:03:54: Ja
00:03:55: das ist das Juristendeutsch.
00:03:56: Wenn nicht dass jetzt für meine Familie aufsetzen will warum sollte ich mich für so ein komplexes Konstrukt wie Eine GmbH und CoKG entscheiden.
00:04:05: Reicht es nicht, wenn wir einfach eine ganz simple zivilrechtliche Gemeinschaft also so ne GBR gründen?
00:04:11: Das klingt für mich doch viel unbürokratischer!
00:04:14: Es klingt im ersten Moment unbükratischer ja aber es bürgt in der Praxis ein massives Risiko.
00:04:20: Welches?!
00:04:21: Bei einer GBR haften die Gesellschafter also du und deine Kinder im Zweifel persönlich und unbeschränkt mit ihrem gesamten Privatvermögen.
00:04:28: Stell dir mal vor, bei einer eurer vermieteten Immobilien fällt im Winter ein Dachziegel runter direkt auf das Auto eines Passanten oder...
00:04:36: Oder jemand rutscht aus und verletzt sich schwer.
00:04:38: Genau!
00:04:39: Oder es gibt einen massiven Wasserschaden der aus irgendwelchen Gründen nicht voll von der Versicherung abgedeckt wird.
00:04:45: Bei einer GBR ist in so einem Moment dein privates Bankkonto in Gefahr.
00:04:49: Krass okay Das will man natürlich nicht
00:04:51: Absolut nicht.
00:04:52: Und bei einer GMBH- und CoKG hingegen bauen wir quasi eine Haftungsbeschränkung ein.
00:04:58: Das persönliche Vermögen der Familie wird durch eine Art Firewall vom Risiko der Immobilien oder des Unternehmens getränt.
00:05:04: Das ist der Hauptgrund, warum wir in der Praxis oft zu diesen haftungsbeschränkten Rechtsform raten – es geht da um puren Schutz!
00:05:11: Okay das leuchtet mir absolut ein.
00:05:14: die Firewall steht also aber was is jetzt mit dem großen Thema Kontrolle?
00:05:19: Weil wenn man ganz ehrlich sind ist dass doch in den Beratungen die allergrößte Angst der älteren Generation?
00:05:25: Ja, definitiv.
00:05:26: Das Kontrollthema ist immer auf dem Tisch!
00:05:28: Die Eltern haben das vierzig Jahre lang aufgebaut – die denken sich doch wenn ich jetzt sagen wir sechzig Prozent meiner Gesellschaft an meine Anfang zwanzigjährigen Kinder übertrage dann tanzen sie mir auf der Nase herum.
00:05:41: Dann verkaufen die plötzlich das Mehrfamilienhaus um sich keine Ahnung ein Porsche zu kaufen.
00:05:46: Verliere ich das Steuer?
00:05:47: Wenn ich diese Anteile übertrage?
00:05:49: Nein und das is was hier juristisch so faszinierendes.
00:05:52: Der Familienpool ist ein Instrument, das die Vermögensinhaberschaft von der Kontrolle entkoppelt.
00:05:57: Das muss man sich wirklich mal auf der Zunge zergehen lassen!
00:06:00: Wie genau funktioniert das?
00:06:01: Du kannst
00:06:02: Achtzig oder sogar Neunzig Prozent des wirtschaftlichen Wertes der Gesellschaft an deine Kinder übertragen haben – aber im Gesellschaftsvertrag verankern wir klipp und klar, dass die Eltern zu Lebzeiten die alleinigen Geschäftsführer bleiben.
00:06:14: Ah… Und wie können …die Stimmrechte in der Gesellschaft völlig unabhängig von den Kapitalanteilen
00:06:20: verteilen?!
00:06:21: Das heißt also, obwohl den Kindern auf dem Papier fast alles gehört haben sie praktisch nichts zu melden.
00:06:28: Überspitzt formuliert?
00:06:29: Ja!
00:06:30: Die Eltern sitzen weiterhin felsenfest am Steuer.
00:06:33: Sie entscheiden allein über Sanierungen, über Neuanschaffungen, Über die Auswahl der Mieter oder eben ob ein Objekt überhaupt verkauft wird.
00:06:41: Wow okay
00:06:43: das Vermögen ist zwar wirtschaftlich schon in der nächsten Generation angekommen Aber diese gefüchtete Zersplitterung oder so ein leichtsinniger Verkauf, das wird durch die vertragliche Struktur komplett
00:06:54: blockiert.
00:06:55: Aber Moment!
00:06:56: Das setzt doch irgendwo voraus, dass die Kinder überhaupt am selben Tisch sitzen wollen?
00:07:00: Also ist dieses Konstrukt wirklich für jede Familie geeignet?
00:07:04: Nein.
00:07:05: Weil was ist wenn sich die Kinder jetzt schon an jedem Weihnachtsfest wegen absoluter Nichtigkeiten in die Haare kriegen?
00:07:11: Sperr ich sie dann in so eine Gesellschaft ein?
00:07:14: Es ist eine extrem wichtige Frage Und die klare Antwort aus unserer täglichen Kanzlei-Praxis lautet?
00:07:21: Absolut nicht.
00:07:23: Ein Familienpool ist kein juristisches Pflaster für familiäre Risse.
00:07:28: Wenn wir in den Erstgesprächen merken, dass die Familie ohnehin extrem zerstritten ist, das da ein immenses Konfliktpotenzial herrscht, dann raten wir explizit von diesem Konstrukt ab.
00:07:38: Warum genau?
00:07:39: Weil die Eltern ja irgendwann nicht mehr da sind um das zu moderieren.
00:07:42: Exakt!
00:07:44: Irgendwann fallen die Eltern als dieser ausgleichende Pol und als alleinige Geschäftsführer weg.
00:07:50: Und dann müssen die Kinder die Gesellschaft logischerweise gemeinsam führen, wenn sie sich aber nicht auf die simplesten Dinge einigen können...
00:07:57: Also ob das Dach jetzt repariert wird oder nicht?
00:07:59: Genau!
00:08:00: Oder wer die Hausverwaltung übernimmt?
00:08:02: Dann blockiert sich die Gesellschaft selbst, dann droht der komplette Stillstand.
00:08:07: Unten weiteres klares Ausschlusskriterium ist übrigens auch, wenn das Vermögensschlichtwerk zu gering ist.
00:08:12: Okay, wo liegt da die Grenze?
00:08:14: Naja so eine Gesellschaft zu gründen.
00:08:16: Die steuerlich laufen zu führen, die notariell zu begleiten – das kostet alles Geld!
00:08:22: Wenn wir jetzt über ein einzelnes kleines Reinhaus sprechen dann steht ja Aufwand einfach in keiner Relation zum Nutzen.
00:08:28: Verstehe also lass uns das Ganze mal richtig greifbar machen und so ein bisschen von der abstrakten Ebene runterholen.
00:08:35: Wir stellen uns mal ein konkretes Unternehmer eher paar vor Gerne.
00:08:39: Die beiden haben in den Achzigen, sagen wir einen kleinen Sanitärbetrieb gegründet.
00:08:44: Mit den ersten Gewinnen haben sie dann irgendwann eine Gewerbehalle gekauft.
00:08:48: Später kamen noch zwei Mehrfamilienhäuser als sichere Anlage dazu.
00:08:54: Heute ist das Ganze rund drei Millionen Euro wert!
00:09:00: Und darauf lasten vielleicht noch etwa eine Million Euro Restschuld bei der Bank?
00:09:05: Das klare Ziel von den beiden, das Vermögen soll als Block in der Familie bleiben.
00:09:10: Es soll klug an die zwei Kinder gehen – aber sie wollen im Alter jetzt nicht jeden Euro umdrehen müssen.
00:09:19: Sie wollen auf keinen Cent der Mieteinnahmen verzichten weil sie ihren gewohnten Lebensstandard die ganzen Reisen, Hobbys finanzieren wollen!
00:09:26: Wie löst der Familienpool genau dieses Puzzle?
00:09:30: Lass uns da vielleicht zuerst mal schauen, was ohne den Pool passieren würde um den Kontrast zu sehen.
00:09:36: Wenn die Eltern diese Immobilien klassisch übertragen wollen dann müssten sie diese quasi zerschneiden.
00:09:44: Kind A bekommt dann vielleicht die Gewerbeimmobilie.
00:09:47: Die wirft tolle Renditen ab aber was ist die Mechanik dahinter?
00:09:51: Wenn dort der gewerbliche Ankermieter plötzlich auszieht steht kind a komplett ohne Einnahmen dar muss aber noch ein Teil der Bank Schulden bedienen.
00:09:59: Das ist echt ein extremes Risiko.
00:10:01: Ein gewaltiges Klumpenrisiko, Kindhebe kommt stattdessen dann die beiden mehr Familienhäuser.
00:10:06: Geringere Rendite aber extrem sicher und so gut wie kein Leerstand.
00:10:11: Und beim nächsten Familientreffen ist der Streit dann komplett vorprogrammiert weil kind A sagt Ey ich sitze hier auf dem Trockenen während du jeden Monat ganz sicher deine Mieten kassierst.
00:10:20: Ja Und wie teilt man eigentlich überhaupt eine Million Euro Bankschuldengerecht auf zwei physisch völlig unterschiedliche Häuser auf?
00:10:28: Das ist doch ein Albtraum.
00:10:29: Es ist ein absoluter Albtraum, ja?
00:10:31: Und es ist ein Alptraum der völlig künstlich geschaffen wird weil man hier versucht etwas zu trennen was eigentlich zusammen gehört.
00:10:37: und hier kommt jetzt die elegante Lösung des Pools ins Spiel.
00:10:40: okay alle Immobilien also die riskante Gewerberhalle und die sicheren Wohnhäuser und auch die gesamte Bankverbindlichkeit das alles wird in den großen Topf der Familiengesellschaft geworfen.
00:10:51: Die Kinder bekommen dann eben nicht ein spezifisches Haus, sondern zum Beispiel jeweils exakt dreißig Prozent der Gesellschaftsanteile.
00:10:58: Das
00:10:58: ist brillant!
00:10:59: Das ist ja im Grunde wie so'n extrem gut gemixter Investmentfonds aber eben nur für die eigene Familie.
00:11:04: Genau so kann man das sehen.
00:11:05: Jeder
00:11:05: ist am großen Ganzen beteiligt.
00:11:08: wenn das Dach von der Gewerbehalle undicht ist tragen alle anteiligt die Kosten.
00:11:13: Wenn die Wohnhäuser massiv im Wert steigen dann profitieren auch alle davon.
00:11:17: Das Risiko ist gestreut und diese Gerechtigkeit unter den Kindern ist sofort zu hundert Prozent hergestellt.
00:11:23: Richtig, das ist der große Scham daran!
00:11:26: Aber wir müssen ja noch das wichtigste Ziel der Eltern aus deinem Beispiel lösen.
00:11:30: Stimmt die wollten ja die Kohle behalten.
00:11:32: Genau sie brauchen die Mieteinnahmen für sich selbst – Für die Reisen & Co.
00:11:36: Und das lösen wir juristisch über einen sogenannten Niesbrauchsvorbehalt.
00:11:42: Wie funktioniert das
00:11:44: mechanisch?
00:11:46: Die Eltern übertragen zwar das nackte Eigentum an diesen Gesellschaftsanteilen auf die Kinder, aber im Übertragungsvertrag wird wirklich unumstößlich festgehalten dass das Recht die Früchte zu ziehen also die laufenden Erträge, die Mietüberschüsse und Gewinne der Gesellschaft lebenslang bei den Eltern verbleibt.
00:12:06: Das ist juristisch gesehen absolut bombensicher.
00:12:09: Die Kinder sind zwar auf dem Papier die Eigentüger der Anteile, aber solange die Eltern leben, fließt jeder Euro Gewinn brav auf das Konto der Eltern.
00:12:17: Ihre Altersvorsorge bleibt also komplett unangetastet – während das Vermögen rechtlich schon bei der nächsten Generation angekommen ist.
00:12:24: Wahnsinn!
00:12:25: So und das bringt uns jetzt zu dem Punkt an dem es in Deutschland ja immer richtig spannend wird….
00:12:30: Wenn wir ein rechtliches Problem so elegant lösen, dann stehen wir doch fast immer plötzlich vor einem massiven steuerlichen Problem.
00:12:37: Oh ja – das Finanzamt schläft nicht!
00:12:40: Genau.
00:12:40: Wenn ich meinem Kind jetzt Anteile im Wert von hunderttausenden Euro übertrage, dann ruft doch am nächsten Tag das Finanzamt an und sagt hey herzlichen Glückwunsch zur Schenkung.
00:12:50: aber wo ist bitte schön unsere Steuer?
00:12:54: Der steuerliche Hebel ist doch oft der eigentliche Motor hinter diesen ganzen Strukturen
00:12:58: oder?!
00:12:58: Absolut Die Erbschaft und Schenkungssteuer ist in neun von zehn Fällen der eigentliche Auslöser, warum Familien überhaupt über so etwas nachdenken.
00:13:08: Um die Mechanik hier mal verständlich zu machen ohne dass wir uns jetzt in ganz konkreten Berechnungen von einem Beispielfall verfangen.
00:13:15: Wir haben in Deutschland ein System von Freibeträgen.
00:13:17: Okay wie hoch sind die?
00:13:18: Jedes Kind hat nach jedem Elternteil einen Freibetrack von vierhunderttausend Euro.
00:13:23: Ehrgarten haben untereinander sogar fünfhundertausend Euro.
00:13:26: Das ist schon mal ziemlich viel Geld.
00:13:28: Das ist viel Geld, ja?
00:13:30: Aber das wirklich Entscheidende daran ist die zeitliche Komponente.
00:13:34: diese Freibeträge sind nämlich nicht einmalig im Leben.
00:13:38: Die laden sich alle zehn Jahre wieder komplett neu auf.
00:13:44: Und genau hier wird so ein physisches Haus nämlich total unpraktisch.
00:13:48: Weil wenn ich ein Haus habe, das eine Million wert ist kann ich ja schlecht heute das Wohnzimmer an meinen Sohn verschenken um irgendwie unter diesen vierhunderttausend Euro zu bleiben.
00:13:57: und in zehn Jahren verschenke ich ihm dann das Dachgeschoss und die Garae.
00:14:00: Richtig!
00:14:01: Das geht zwar rechtlich theoretisch mit irgendwelchen Bruchteilen im Grundbuch aber das ist doch unfassbar unhändig.
00:14:07: Völlig richtig... Eine Immobilie ist ein starrer Block.
00:14:11: Ein Gesellschaftsanteil hingegen ist flüssig, fast wie Wasser.
00:14:15: Mit dem Familienpool kann der steuerliche Berater exakt den Prozentwert an Gesellschaftsanteilen berechnen, der heute punktgenau also wirklich auf den Euro genau diesen Freibetrag von vierhunderttausend Euro pro Kind ausreizt.
00:14:30: Wir übertragen also diese spezifische Prozentzahl und dann warten wir einfach zehn Jahre.
00:14:35: die freibeträge sind dann wieder bei null Und wir machen genau das gleiche noch einmal.
00:14:39: Das
00:14:39: ist ja Salami-Taktik par excellence!
00:14:41: Exakt, Salami Taktik und so kannst du über sagen wir zwei oder drei Jahrzehnte ein massives Millionenvermögen völlig steuerfrei auf die nächste Generation abschmelzen.
00:14:52: Das
00:14:52: is wirklich extrem stark.
00:14:54: aber warte mal.
00:14:54: ich muss hier direkt eine Situation einwerfen die wir in der Realität ja auch extrem oft sehen
00:14:59: schießlos.
00:15:00: Was passiert, wenn dieses ganze Immobilienvermögen diese drei Millionen aus unserem Beispiel nur einem Ehepartner gehört?
00:15:07: Nehmen wir mal an die Frau war die Unternehmerin.
00:15:10: Ihr gehören die vollen drei Millionen Euro.
00:15:12: der Mann hat auf dem Papier Null Euro.
00:15:15: ein sehr häufiges Bild.
00:15:16: ja
00:15:16: Wenn die Frau jetzt Anteile an die Kinder verschenkt, nutzt sie natürlich ihren vierhunderttausend Euro Freibetrag pro Kind.
00:15:23: Aber wir verschenken doch in dem Moment völlig das Potenzial des Mannes – der hat ja gar nichts was er den Kindern steuerfrei weitergeben könnte!
00:15:31: Sind die beiden dann in ihrer eigenen Struktur irgendwie gefangen?
00:15:35: Ein absolutes Klassikerszenario und wenn man hier wirklich nichts tut verbrennt man in der Tat enorm viel Geld an das Finanzamt.
00:15:41: Aber es gibt hier einen hochwirksamen, völlig legalen Mechanismus im Familienrecht den wir da nutzen können.
00:15:47: Und der wäre?
00:15:48: Die sogenannte Güterstandsschaukel.
00:15:51: Ich versuche mir das gerade bildlich vorzustellen.
00:15:53: Ist das so eine Art... Ventilsystem, also stell dir vor du hast zwei Wassertanks.
00:16:00: Okay schönes Bild!
00:16:01: Der Tank der Frau ist randvoll mit drei Millionen Litern.
00:16:05: Der Tank des Mannes ist staubtrocken.
00:16:07: wenn die Frau ihm jetzt einfach Wasser rüber pumpt dann sagt doch das Finanzamt halt dass es eine Schenkung darauf zahlt ihr Steuern
00:16:14: ganz genau und das wollen wir ja zwingend verhindern.
00:16:17: sehr viele dieser Unternehmer eher Paare leben aus Haftungsgründen um die Firma zu schützen im Güterstand der Gütertrennung.
00:16:26: Die Schaukel funktioniert nun so, dass Ehepaar geht zum Notar und wechselt rückwirkend von dieser Güter-Trennung in die Zugewindgemeinschaft.
00:16:35: Und durch diesen rein juristischen Akt entsteht gesetzlich plötzlich ein sogenannter Zugewinnausgleichsanspruch.
00:16:42: Das
00:16:43: heißt wir öffnen hier quasi völlig legal einen Ventil zwischen diesen beiden Wassertanks.
00:16:48: das Gesetz sagt dann auf einmal weil ihr jetzt In einer Zugewinne-Gemeinschaft seid und die Frau während der Ehe viel mehr erwirtschaftet hat, hat der Mann rechtlich den Anspruch dass sich die Wasserstände der beiden Tanks ausgleichen.
00:17:04: Exakt!
00:17:06: Und jetzt kommt wirklich die Magie des Steuerrechts Die Erfühlung dieses familiengerichtlichen Ausgleichsanspruchs.
00:17:12: das ist per Gesetz zu einhundert Prozent schenkungssteuerfrei
00:17:15: Weil es keine Schenkung ist?
00:17:16: Richtig Es ist ja keine Schenkung, es ist die Begleichung einer gesetzlichen Schuld.
00:17:21: Die Frau kann dem Mann also völlig steuernutral Vermögenswerte zum Beispiel Immobilienanteile am künftigen Pool überschreiben, um genau diesen Anspruch zu tilgen.
00:17:33: Der Wasserstand ist dann ausgeglichen und danach geht man wieder zum Notar und schaukelt den Güterstand einfach wieder zurück in die schützende Gütertrennung – das Ventil wird wieder geschlossen!
00:17:42: Das ist ja wirklich atemberaubend.
00:17:44: Und das Resultat daraus, jetzt haben auf einmal beide Elternteile jeweils Vermögen und wenn das dann an die Kinder fließt können plötzlich auch beide Elternteile ihre vollen Freibeträge von vierhunderttausend Euro pro Kind nutzen?
00:17:56: Ganz genau!
00:17:57: Wir haben also die Steuerfreibeträge für diese Familie mal eben kurz verdoppelt einfach indem wir das Familienrecht schlau angewendet haben.
00:18:05: So ist es Und das ist übrigens auch der Grund, warum Einkommenssteuereffekte so wichtig werden.
00:18:09: Wenn die Eltern im Alter irgendwann merken ach sie brauchen diesen ganzen Niesbrauch also diese ganzen Mieteinnahmen gar nicht mehr in voller Höhe
00:18:17: Weil Sie eh schon genug haben?
00:18:18: Genau!
00:18:19: Dann können sie den Nies-Brauch auch partiell aufgeben.
00:18:22: dann fließen Teile der Mieteinnahmen direkt an die Kinder und weil sich diese Einkünfte dann auf mehrere Köpfe verteilen nutzen wir die niedrigeren Steuersätze und vor allem die grundfreie Beträge der Kinder.
00:18:33: Das
00:18:33: heißt, Netto bleibt in der Familie deutlich mehr hängen.
00:18:36: Exakt!
00:18:37: Also
00:18:37: wenn ich das jetzt alles so höre... diese massiven Steuervorteile?
00:18:41: Diese Kontrolle die
00:18:43: Firewall?!
00:18:44: Wenn ich jetzt als Unternehmer hier zuhöre dann denke ich mir doch genial, dass ist exakt meine Lösung.
00:18:49: Ich rufe morgen früh direkt meinen Notar an.
00:18:52: Sag ihm er soll mir bitte eine GmbH und CoKG gründen Und meine Häuser da reinschreiben.
00:18:57: Los geht's oder?
00:18:58: Bitte auf gar keinen Fall.
00:19:00: Halt sofort an.
00:19:01: Das ist wirklich eine der wichtigsten Warnungen, die wir aus unserer Kanzlei-Praxis mitgeben müssen.
00:19:06: Wenn du einfach so unbedarft Immobilien in eine Gesellschaft überträgst dann löst du sehr wahrscheinlich eine steuerliche Kernschmelze aus.
00:19:14: Moment!
00:19:14: Wieso das denn?
00:19:15: Es sind doch meine Häuser und es ist meine Gesellschaft.
00:19:19: Ich schiebe das Zeug doch im Grunde nur von meiner Linken in meine rechte Tasche
00:19:23: Du vielleicht aber so sieht es das Finanzamt eben nicht.
00:19:26: Das gefährlichste Schlagwort hier lautet Aufdeckung stiller Reserven.
00:19:30: Ach, das klingt teuer.
00:19:32: Ist es auch!
00:19:33: Lass mich dir die Mechanik kurz erklären – wenn du eine Immobilie in deinem Privatvermögen hältst ist die Wertsteigerung nach zehn Jahren Haltedauer bei einem Verkauf komplett steuerfrei.
00:19:43: Ja, das wissen die meisten.
00:19:45: Wenn du diese private Immobilien nun aber unüberlegt in eine gewerblich geprägte Gesellschaft wie so ne GmbH und CoKG einbringst dann wertet das Finanzamt das sehr oft als einen Verkuf vom Privat-Vermögen in das Betriebsvermogen.
00:20:00: Oh mein Gott!
00:20:01: Das heißt, wenn ich das Haus damals sagen wir für fünfhunderttausend gekauft habe und heute ist das Ding eins Komma Fünf Millionen Wert.
00:20:08: Dann sieht das Finanzamt in genau dem Moment der Übertragung einen fiktiven Gewinn von einer Million Euro?
00:20:14: Und darauf zahlst du dann sofort deinen persönlichen Einkommenssteuersatz.
00:20:18: Wahnsinn!
00:20:18: Du hast keinen einzigen Cent Cash gesehen aber du schuldest im Finanzamt jetzt nicht hundertausende Euro Und das bricht vielen das Genick.
00:20:26: Dazu kommt ja noch die Grunderwerbsteuer.
00:20:28: Eigentlich ist die Übertragung an Kinder oder Ehegatten ja grunderwerbssteuerfrei, aber wenn die Rechtsform der Gesellschaft falsch gewählt ist oder der zeitliche Ablauf der Anteilsübertragungen nicht hagenau beachtet wird dann schlägt diese Grunderwärbsteuern plötzlich genadenlos zu.
00:20:46: Okay, das ist genau der Moment wo wirklich jedem klar wird warum dieses Konstrukt kein Formular ist dass man sich mal eben aus dem Internet zieht.
00:20:55: Absolut nicht!
00:20:56: Das bringt uns ja direkt zu eurer Rolle.
00:20:58: wir haben ja ganz am Anfang gesagt wir sprechen hier aus der Praxis von Protegoligel.
00:21:02: wie muss denn so eine Umsetzung in der Realität ablaufen ohne dass diese steuerliche Bombe hochgeht?
00:21:08: Die erfolgreiche Umsetzung erfordert immer ein strategisches Dreieck.
00:21:12: Notare sind absolut unverzichtbare Kooperationspartner für uns, ganz klar.
00:21:17: Weil sie die formelle Beurkundung vornehmen.
00:21:20: Ohne notar geht rechtlich am Ende gar nichts.
00:21:23: Logisch
00:21:24: Aber und das ist eben extrem wichtig der notar ist nicht dafür da deine historische Steuersituation zu analysieren.
00:21:32: Unsere Rolle bei Protego-Liegel ist es exakt diese inhaltliche Schnittstelle zu bilden.
00:21:38: Wir setzen uns mit dem Mandanten und seinen laufenden steuerlichen Beratern zusammen, weil die die Zahlen der Immobilien genau kennen.
00:21:45: Wir entwerfen dann die komplette zivilrechtliche und vor allem erbrechtliche Architektur.
00:21:50: wir koordinieren die Freibeträge diesen Niesbrauch die ganzen Haftungsfragen Und erst wenn dieses gesamte Vertragswerk wasserdicht ist und vom Steuerberater final abgenickt wurde.
00:22:00: Erst dann übergeben wird das fertige Paket an den Notar zu Beurkundung.
00:22:04: Weißt du dass es eigentlich ein bisschen so als würdest du einen Haus bauen Der direkte Weg zum Notal, ganz ohne diese Vorbereitung.
00:22:10: Das ist als würdest du direkt zum Maurer gehen und sagen hier, Maurer mir mal ein Haus!
00:22:15: Ein sehr guter Vergleich ja?
00:22:17: Der
00:22:17: Maurer wird dir die Steine aufeinander stapeln.
00:22:20: das macht er aber wenn du vorher nicht den Architekten für den Grundriss und den Statiker für die Traglast bezahlt hast dann wird das Gebäude beim ersten kleinen Sturm komplett zusammenbrechen.
00:22:32: Protego-Liegel ist in dem Fall also der Architekt und Statiker, der den Plan macht bevor der Notar ihn ausführt.
00:22:40: Ein sehr treffendes Bild!
00:22:42: Und wenn wir dieses perfekt geplante Gebäude jetzt mal mit dem großen Ganzen – also der eigentlichen Erbsituation verbinden?
00:22:50: Dann kommen wir zum ultimativen Ausbauschritt.
00:22:53: Okay, jetzt wird's spannend...
00:22:54: Das Faszinierende am Familienpool ist nämlich, dass er seine größte Stärke oft erst dann entfaltet wenn wir ihn mit dem Testament kombinieren.
00:23:03: Nimm mich da mal mit!
00:23:04: Was genau passiert dabei im Tod?
00:23:06: Wenn wir diesen Familienpool zu Lebzeiten aufbauen haben wir ja quasi ein lebendiges Gefäß für das Vermögen geschaffen in dem die Kinder rechtlich bereit sitzen.
00:23:16: Wenn wir nun mit der Familie kluge Pflichtteilsverzichte vereinbaren, die Kinder erklären also notariell dass sie beim Tod keine weiteren Pflichteilsansprüche gelten machen weil Sie ja über den Pool schon massiv versorgt sind.
00:23:28: dann können wir etwas Unglaubliches tun.
00:23:30: Was denn?
00:23:31: Wir können im Testament den Familienpool selbst –also die Gesellschaft an sich als einzigen Erben einsetzen.
00:23:38: Wow!
00:23:38: Warte, lass mich das kurz rekapitulieren.
00:23:40: Wenn die Eltern dann versterben, erben am Ende nicht Lisa und Tom als Privatpersonen sondern die keine Ahnung Müller Immobilien GmbH-und CoKG erbt?
00:23:52: Eine juristische Person
00:23:53: Ganz genau Das Konstrukt überdauert den Tod der Eltern völlig reibungslos.
00:23:57: Es saugt den Restlichen Noch vorhandene Nachlass, also das private Bankkonto.
00:24:02: Das kleine Ferienhaus, das vielleicht noch nicht impul war, förmlich in sich auf.
00:24:06: Krass!
00:24:07: Alles fließt automatisch in diese Gesellschaft, in der die Kinder ja ohnehin schon die Anteile halten und das schützt das Familienvermögen endgültig vor jeglicher Zersplitterung durch Erbengemeinschaften.
00:24:18: Es gibt schlichtweg keine private Erbengemeinschaft mehr, die sich streiten und gegenseitig blockieren kann.
00:24:25: Das ist echt ein unglaublich mächtiger Gedanke zum Abschluss.
00:24:28: Es zwingt einen förmlich zu der Frage, worauf es dein eigenes Lebenswerk eigentlich gebaut?
00:24:34: Auf so einem starren brüchigen Fundament das beim ersten Generationenwechsel Risse bekommt und am Ende zerfällt oder eben auf einer atmenden lebendigen Struktur die sich anpasst und das Vermögen wie eine Festung über Generationen hinweg zusammenhält?
00:24:49: Wir hoffen sehr, diese tiefe Analyse heute hat dir gezeigt welche enormen Hebel in so einer professionellen Nachfolgeplanung stecken wenn man die Mechanik dahinter wirklich versteht.
00:25:01: Und wenn du jetzt sagst Du möchtest den Weg gehen dein eigenes Vermögen abzusichern und so klug zu strukturieren Die bundesweit tätige Spezialkanzlei Protego-Liege begleitet Mandanten bei exakt diesen komplexen Fragestellungen rund um Unternehmensnachfolge, Testamente, Pflichtteil und Erbschaftssteuer.
00:25:21: Du kannst ganz unkompliziert über die Website einen ersten Beratungstermin per Videocall vereinbaren – und dann einfach mal schauen, ob so ein Konstrukt für dich das Richtige ist!
00:25:31: Wir bedanken uns für deine Zeit und dein Zuhören.
00:25:34: Bleib neugierig und vor allem
00:25:36: Plan vorausschauend Bis zum nächsten Mal.
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